Kindheitserinnerungen

Frau creezy hat dieses entzückende Fotoblogstöckchen unauffällig herumliegen lassen.

Zuerst dachte ich noch: Och, soviel wird da gar nicht zusammenkommen, wir haben doch schon so vieles weggeworfen im Laufe der Jahre. Aber dann fand sich doch noch das eine oder andere, auch wenn das meiste nicht mehr im Einsatz ist. Weggeworfen werden darf es allerdings aus Nostalgiegründen auf keinen Fall. Und inzwischen denke ich bereits über eine zweite Fotorunde nach – für die Dinge, die mir inzwischen noch eingefallen sind. Mal sehen …

Diese beiden Schönen

schildkroet

haben mich durch einen großen Teil meiner Kindheit begleitet. Zum Dank haben sie später lange Jahre ein Kellerdasein gefristet, bis wir sie vor einigen Jahren wieder ans Licht geholt und neu eingekleidet haben. Ich weiß, dass ich die Puppe links im Bild zu Weihnachten bekam als ich Scharlach hatte. Aber weder meine Schwester noch ich wissen, in welchem Jahr das war.

Ach ja, Weihnachten. Damals wurden noch nicht jedes Jahr neue Baumschmuck-Trendfarben-Säue durchs Dorf getrieben. Unser Weihnachtsbaum war also immer mit silberfarbenen Kugeln geschmückt und mit viel Lametta. Mit „richtigem“ Lametta, Stanniollametta (ja, ich weiß, bleihaltig, böse). Jedenfalls sah das besser aus als das Kunststoffzeugs heute ;-) Das Lametta wurde aber auch jahrelang benutzt. Beim Abschmücken wurde es vorsichtig aus dem Baum gefitzelt und wieder verpackt. Einen Weihnachtsbaum gibts hier nun schon lange nicht mehr, doch ein Teil des elterlichen Baumschmuckes hat noch überlebt.

kugeln

Nun zu den eher praktischen Dingen. Der Aufbewahrung von Stick- bzw. Stopfgarn dienten meiner Mutter diese beiden Dosen:

kaffeedose

holzdose

Stick- und Stopfgarne werden immer noch darin aufbewahrt, obwohl sie kaum noch gebraucht werden (Ich sticke keine Bergpanoramen!). Die grüne Dose hat ihr Dosendasein als Kaffeedose begonnen. Dies läßt sich noch aus der Prägung im Deckel entnehmen. Aber den ursprünglichen Zweck des Holzkistchens kenne ich leider nicht. Noch deutlich stärker mit Kindheitserinnerungen verbunden ist aber die Knopfsammlung, denn mit dieser habe wahnsinnig gerne gespielt. Leider gibt es die Dose, in der sich die Knöpfe damals befanden nicht mehr.

Auch bei der Textilverarbeitung zum Einsatz kam dieser Saumabrunder. Dem Karton sieht man sein hohes Alter ziemlich deutlich.

masszeichner

Wenn ein neuer Rock, ein neues Kleid genäht wurden, mußte ich mich auf den Tisch stellen und langsam drehen, damit der Saum markiert werden konnte.

Eine kleine Sammlung von Mutterns Küchenutensilien kann ich noch bieten.

kuechenutensilien

Davon sind sogar noch einige Teile in Gebrauch, z. B. der Nußknacker. Der Deckel ist absolut unverzichtbar bei der Zubereitung von Kirschpfannkuchen. Und mein Sorgenkind, der Pfannenwender. Jahrzehntelang im Einsatz und nun traue ich mich nicht mehr ihn zu benutzen, weil er an einer Stelle schon so dünn ist, dass ich um seine Unversehrtheit fürchte. Leider haben mich alle in den vergangenen Jahren gekauften und als Ersatz gedachten Pfannenwender
von ihren Qualitäten überzeugen können. Entweder sind sie zu groß oder der Griff ist zu stark abgewinkelt oder die vordere Kante ist zu dick oder … ach, irgendetwas ist halt immer.

Oh je, gerade fällt mir erst auf, dass ich den Urvater aller Dosenöffner – der für mein Überleben in der Küche eigentlich genauso unentbehrlich ist wie der Pfannenwender – vergessen habe zu fotografieren. Den muß ich unbedingt in den nächsten Tagen nachreichen.

In die Kategorie „noch in Gebrauch“ (wenn auch selten) fällt das Rosenthal-Kaffeeservice, von dem leider nur noch 4 Gedecke vorhanden sind:

service

So, genug für heute. Fortsetzung demnächst in diesem Theater – vielleicht

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